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Harry Rowohlt
Harry Rowohlt© Martin KunzeHarry Rowohlt wurde im März 1945 in Hamburg geboren. Seine Mutter war die Schauspielerin Maria Pierenkämper, sein Vater der Verleger Ernst Rowohlt. Nach dem Abitur in Hamburg absolvierte er eine Lehre als Verlagsbuchhändler beim Frankfurter Suhrkamp-Verlag, war Volontär im von seinem Bruder geleiteten Rowohlt-Verlag, arbeitete bei der New Yorker Grove Press und verdingte sich als Werbetexter. Seit 1971 war er als freiberuflicher Übersetzer tätig.
Rowohlt war bekannt für seine exzessiven Solo-Bühnenauftritte, die selten weniger als vier, manchmal sogar mehr als sechs Stunden dauerten. Er unterbrach die Lesungen häufig mit Kommentaren zu den Texten, abschweifenden Bemerkungen, Anekdoten, autobiografischen Erzählungen und Dialogen mit dem Publikum. Zudem gewann er als Autor der Kolumne "Pooh‘s Corner" in der "Zeit" schnell Kultstatus – was er durch die Übernahme der Rolle des Obdachlosen Harry in der Fernsehserie "Lindenstraße" gleichermaßen unterstützte und konterkarierte.
Rowohlt wurde 1996 zum "Ambassador of Irish Whiskey" ernannt; außerdem erhielt er 1997 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau, 1998 den Kurt-Laßwitz-Preis, 1999 den Johann-Heinrich-Voß-Preis und 2003 den Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis. Als erster "Sprachkünstler" bekam er im Jahr 2000 eine Goldene Schallplatte für 250.000 verkaufte Exemplare der CD "Pu der Bär".
Harry Rowohlt starb am 15. Juni 2015 in Hamburg.
