Mit Achim Greser und Heribert Lenz, im Volksmund als Greserlenz bekannt, wird zum ersten Mal in der Geschichte des Elchs ein Duo ausgezeichnet. Beide Zeichner haben eine solide Ausbildung in der Satire-Kaderschmiede „Titanic“ genossen und wurden 1996 in die Frankfurter Allgemeine Zeitung eingeschleust, um das Blatt von innen zu zersetzen. Dieser Prozess hält nun schon 28 Jahre an und anscheinend findet die FAZ großen Gefallen an diesem Zerstörungsvorgang oder hat gar nicht begriffen, was da mit ihr passiert.
Achim Greser und Heribert Lenz haben das Genre der politischen Karikatur, das sich Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland auf einem beklagenswert niedrigen, dumpf symbolisierenden, Niveau bewegte, in eine neue Dimension katapultiert. Hier wird nicht mehr ein Stier mit Europa beschriftet und auf dem Karren, den der deutsche Michel aus dem Dreck ziehen soll, steht auch nicht mehr EU. Hier sprechen Figuren verstörende Wahrheiten in Blasen aus, hier weht der Weltgeist durch die Stammtische und hier bekommt jeder genau das Fett weg, das er verdient hat.
Greser und Lenz gehen keiner Konfrontation aus dem Weg, sie scheuen sich nicht davor das L-Wort zu benutzen und auch das M- und das K-Wort findet man häufig in ihren Zeichnungen, die auf den ersten Blick harmlos und geradezu biedermeierlich gemütlich wirken können. Dadurch entfalten sie dann beim genaueren Betrachten eine umso größere Sprengkraft, vor allem in allzu beschränkten Köpfen. Nebenbei bewahren sie das Weltwitzkulturerbe Nudelholz, genauso wie den Kochtopf der Kannibalen und den Luftballon des Barbesuchers vor dem Verschwinden. Nur Eingeweihte glauben zu erkennen, wer was gezeichnet hat, es heißt, Greser könne besser Möbel, während Lenz Spezialist für Kerbtiere ist aber der Grad der Verschmelzung ist inzwischen so hoch, dass beide zuweilen auch die Körper miteinander tauschen. Manche sagen, sie sind die Kessler-Zwillinge der Satire oder Hanni und Nanni auf Droge.
Mit Achim Greser und Heribert Lenz ehren wir zwei Weltklasse-Satiriker, die das Uneigentliche genauso beherrschen wie das Direkte, das aggressiv Komische wie das bizarr Absurde. Die einzige Satirepreis-Jury Deutschlands verleiht den einzigen Satire-Preis Deutschlands an das einzigartig geniale Zeichner-Duo Achim Greser und Heribert Lenz.
Wie die beiden allerdings das üppige Preisgeld von 3333,33 Euro gerecht untereinander aufteilen wollen, bleibt ihr Geheimnis.